LKG und EC Betzenstein


Wie alles begann

Die Geschichte der Landeskirchlichen Gemeinschaft Betzenstein
und deren Jugendarbeit EC Betzenstein

oder

Wie alles begann

Kirche Betzenstein

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Kurz – Überblick:

Die Geschichte der Landeskirchlichen Gemeinschaft / des EC Betzenstein begann damit, dass 1917 zwei Kolborateure (das sind christliche Bücherverteiler) von der Landeskirchlichen Gemeinschaft Nürnberg und Zirndorf in die Gegend von Betzenstein kamen und begannen, Bibelstunden zu halten. Diese fanden eine große Zuhörerschaft und mit den Jahren begann in Betzenstein eine umfassende Arbeit des Hensoltshöher Gemeinschaftsverbandes und eines CVJM's, zu der die Prediger regelmäßig unter großem zeitlichem Aufwand nach Betzenstein reisten. Schließlich wurden Diakonissen vom Mutterhaus Hensoltshöhe nach Betzenstein gesandt, um hier die Menschen zu unterstützen. Die Diakonissenschwestern wirkten in ihrer Tätigkeit als Krankenschwestern, Haushaltshilfen, später als Kindergartenschwestern und anderes mehr. Neben den sonntagabendlichen Gemeinschaftsbibelstunden veranstalteten sie auch Kreise und Gruppen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Viel Segensreiches konnten die Prediger und Diakonissen in dieser Zeit für Betzenstein bewirken.
Und schließlich konnte in Betzenstein eine eigene Landeskirchliche Gemeinschaft und deren Jugendarbeit, der EC gegründet werden. Das war nach dem zweiten Weltkrieg.

Viele Prediger und Diakonissenschwestern taten ihren Dienst bis heute in Betzenstein und wir blicken zurück auf segensreiche Jahre, denn immer hatten und haben die Prediger, die Diakonissen und auch die Mitglieder und Mitarbeiter der Landeskirchlichen Gemeinschaft die Menschen im Blick. Wie im Leitbild verankert, ist es das Bestreben der Prediger und der Mitglieder der Landeskirchlichen Gemeinschaft und des EC Betzenstein, den Menschen auf vielfältige Weise und immer wieder neu die Liebe Gottes nahe zu bringen und die Beziehung zu Jesus Christus aufzubauen und zu erhalten.

Ausführliche Geschichte:

1917:
Es begann damit, dass sich zwei Kolborateure (so nannte man damals die Bücherverteiler von christlicher Literatur) in Waiganz zur Miete in das Haus der Familie Bauer-Hansen einzogen. Diese Männer, Herr Reuter aus der Landeskirchlichen Gemeinschaft Zirndorf und Herr Utzelmann, ein Bäcker aus Nürnberg begannen, im Hause von Tina Schmidt aus Waiganz, Bibelstunden zu halten.
Begeistert von dessen Art zu predigen, lud Tina Schmidt ihre Freundinnen aus Betzenstein ein, zunächst Frau Berta Herbst, dann auch weitere drei bis vier Frauen.
Nachdem die Betzensteiner Frauen nunmehr langsam in der Überzahl waren, wurden die Bibelstunden nach Betzenstein verlegt, ins Haus von Charlotte Herbst.
Da während dieser Zeit die Männer zum größten Teil in den Krieg gezogen waren, besuchten hauptsächlich Frauen diese Veranstaltungen. Diese hatten es jedoch nicht einfach. Sie mussten viel Spott ertragen und Sätze wie: „Was fangen denn die für ein Zeug an?“
Einige Zeit später begannen die Diakonissen Schwester Maria Klostermeiner und Schwester Anni Walter, beide aus der Landeskirchlichen Gemeinschaft Zirndorf, in den gleichen Räumlichkeiten, alle vier Wochen Kinderstunden abzuhalten.
Ihr Weg führte damals von Zirndorf mit dem Zug nach Simmelsdorf und dann zu Fuß nach Betzenstein, wo sie bei Familie Potzner übernachteten.
Der damals in Betzenstein amtierende Pfarrer Blendinger befürwortete die damals stattfindenden Bibelstunden im alten Pfarrhaus, in dem er selbst wohnte, außerordentlich.
Oft gab es Treffen mit der Zirndorfer LKG, wie z.B. Wald- und Sommerfeste.

1920:
Der damalig amtierende Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Betzenstein fragt beim Mutterhaus Hensoltshöhe an, ob nach Betzenstein eine Diakonisse entsandt werden kann, die am Ort als Krankenschwester eingesetzt werden kann. Das Mutterhaus sagte zu.
So kam am 01.09.1920 die erste Diakonisse des Mutterhauses Hensoltshöhe nach Betzenstein. Dies war Frau Magdalena Porsch. Sie wurde bei Kunigunde Windisch untergebracht. Dies sollte die Bleibe für die folgenden Diakonissen bis 1928 sein.
Schwester Magdalena Porsch versorgte jedoch nicht nur Kranke, sondern sie hielt abwechselnd mit Pfarrer Blendinger auch die abendlichen Gemeinschaftsstunden, damals noch „Bibelstunden“ genannt. Herr Reuter konnte seine Arbeit nun auf Evangelisations-Veranstaltungen konzentrieren.

1921 bis 1930:
Viele Betzensteiner und benachbarte Einwohner entdeckten in dieser Zeit für sich den christlichen Glauben wieder ganz neu. Im Obergeschoß des heutigen „Sparkassen-Hauses“ fanden Gebetsstunden statt. Viele Teilnehmer erzählten ganz offen von ihren Erlebnissen mit ihrem Glauben und mit Gott.
Zu dieser Zeit entstand der sogenannte „Jungfrauenverein“ (Heute würde man es als Jugendstunde für Mädchen bezeichnen).

1922:
Schwester Magdalena Porsch wurde verabschiedet und statt derer wurde die junge Diakonisse, Schwester Magarete Heret von Gunzenhausen nach Betzenstein entsandt.

1923:
im Zuge der Gleichberechtigung fand 1923 ein „Jungmännertreffen“ in Betzenstein statt. Pfarrer Reindl veranstaltete für die jungen Männer eine Freizeit im Ungertal.

1924:
Dieses Jungmännertreffen blieb nicht ohne Folgen: Die gute Botschaft von Jesus hatte sie so berührt, dass sie nun einen CVJM (Christlicher Verein Junger Männer) gründeten.
Gemeinsame Treffen waren stets die abendlichen Gemeinschaftsbibelstunden. Dort fanden alle zusammen: Die Männer, Frauen, jungen Mädchen, jungen Männer.
In diesem Jahr kam erneut eine Diakonisse nach Betzenstein: Schwester Elisabeth Besenbeck, während Schwester Margarete Heret abgezogen wurde. Zu dieser Zeit waren im Mädchen-Jugendkreis zwischen 30 und 60 junge Mädchen im Teenageralter.

1927:
Die Pfarrersleute Blendinger zogen ins neue Pfarrhaus. Da der CVJM zu dieser Zeit beabsichtigte, eine eigene Immobilie zu kaufen oder zu bauen, konnte er das alte Pfarrhaus (das jetzige Gemeindehaus) käuflich erwerben. Die Diakonissen zogen nun in das neu erworbene, eigene Haus.

1928:
Kam zusätzlich eine Diakonisse als Kindergartenschwester nach Betzenstein. Die Kindergarten-Arbeit startete zunächst in dem Raum im Obergeschoss des alten Gemeindehauses, der später als Küche diente.

1929:
Pfarrer Reindl übernahm die Pfarrstelle in Betzenstein. Zusammen mit dem CVJM traf man sich stets samstags, um für den Sonntag und die stattfindenden Gottesdienste zu beten.

1930:
Schwester Marie Ruhoff tat nun ihren Dienst in Betzenstein. Der „Jungfrauenverein“ wurde umbenannt zu einem „Mädchenbund Ruth“. Weiterhin war da ja noch der CVJM und zwischen beiden Gruppen wurden häufig Freundschaften geschlossen, die dann in eine Heirat mündeten.

1938:
Pfarrer Kelber gründete einen ansässigen Freundeskreis zur Finanzierung der Schwestern. Treue Spender sorgten schon damals dafür, dass die Schwestern (damals waren bis zu fünf Diakonissen in Betzenstein tätig), die vom Mutterhaus Hensoltshöhe ( Hensoltshöher Gemeinschaftsverband) entsandt wurden, auch ihr Haushaltsgeld (damals 10,-- DM monatlich) bekamen

1940:
Die meisten verantwortlichen Männer aus dem CVJM wurden in den Krieg eingezogen. Das alte Pfarrhaus des CVJM wurde auf Initiative von Pfarrer Kelber wieder von der Kirche zurückgekauft. Die damalige Nazi-Regierung duldete keinen Immobilienbesitz von christlichen Verbänden außerhalb der Landeskirchen. Schriftlich wurde den Verantwortlichen jedoch zugesichert, dass CVJM und HGV- Arbeit weiterhin uneingeschränkt und unentgeltlich in diesen Räumlichkeiten fortgeführt werden kann.

1945:
Pfarrer Bosse aus dem Baltikum kam nach Betzenstein.

1948:
Als Nachfolgeorganisation von CVJM, Mädchenverein Ruth und den Bibelstunden wurde nun letztendlich die Landeskirchliche Gemeinschaft Betzenstein gegründet
Gründungsmitglieder waren u.a. :
Fam. Martin Lottes , Familie Georg Wirth, Betzenstein, Fam. Johann Schmidt, Frau Anna Otto, Familie Leonhard Körner, Familie Ludwig Rößler, Familie Hans Zagel, Frau Liesel Walther, Frau Liesel Raum, Frau Herzog, Frau Margarete Gröschel.

1949:
War das Gründungsjahr des EC-Betzenstein.
Gründungsmitglieder hier waren:
Bruder Laufer, Ruth Mack, geb. Otto, Frau Anna Reichel, geb. Schmidt, Margarete und Hans Merkel, Luise Herzog.
Viele dieser wertvollen Angaben verdanken wir Frau Anna Otto, mit deren freundlicher Genehmigung wir das ausführliche Interview, die Grundlage dieser Zusammenfassung, im Jahr 1992 in unserer Veranstaltungszeitung, dem „Gemeinschaft Aktuell“ veröffentlichen durften.
Frau Anna Otto (* 22.09.1907, V 05.04.98) war eines der Mitglieder unserer Landeskirchlichen Gemeinschaft, die die Ursprünge und Anfänge unserer Arbeit noch von Beginn an erlebte.

Neuere Geschichte:

ca. 1975:
Die Landeskirchlichen Gemeinschaften in Oberfranken stellen gemeinsam einen Bezirksprediger ein. Meist sind dies „Prediger im vorbereitendem Dienst“. D.h. , diese Prediger haben ihre theoretische Predigerausbildung absolviert und erwerben nun durch eine 1-jährige Anstellung in einer/ mehreren Gemeinschaften/ Gemeinden ihre Praktische Erfahrung.

Darüberhinaus treffen sich die oberfränkischen Gemeinschaften mit seiner Jugendarbeit, dem EC einmal pro Jahr reihum in den entsprechenden Orten.

12/1991:
Erstausgabe des „Gemeinschaft Aktuell“, des Veranstaltungsmagazins der Landeskirchlichen Gemeinschaft Betzenstein. Alles Wichtige, Veranstaltungen, Events, aber auch alles andere Wissenswerte innerhalb der LKG wird dort veröffentlicht.

06/1992:
Prediger Romeike übernimmt den Predigerdienst innerhalb der Landeskirchlichen Gemeinschaften Oberfrankens. Dazu hält er noch Kinder- und Jungscharstunden.

06/1993:
Die oberfränkischen LKG's/ EC's treffen sich in Betzenstein (über 100 Personen)

01/1996:
Ein Novum in Betzenstein: Wolfgang Pfeifle wird in der LKG Betzenstein als Prediger angestellt. Die Landeskirchliche Gemeinschaft schafft es durch viele treue Spender, selber einen Prediger vor Ort in einer halben Anstellung, was die Stundenzahl betrifft, zu beschäftigen. Er hält Predigten in den Gemeinschaftsstunden, macht Jugend- und Kinderstunden und soll auch seelsorgerlich für die Menschen da sein.

06/1998:
Die oberfränkischen LKG's/EC's treffen sich erneut in Betzenstein

07/2000:
Thorsten Rumpf wird als Vollzeit-Prediger bei der LKG/ EC Betzenstein angestellt.

06/2003:
Oberfränkisches Gemeinschaftstreffen in Betzenstein

08/2003:
Tobias Müller wird als Vollzeit-Prediger bei der LKG/ EC Betzenstein angestellt.

06/2008:
Oberfränkisches Gemeinschaftstreffen in Betzenstein

08/2008:
Veit Uhle wird neuer Prediger in der LKG/ EC Betzenstein

08/2012:
Die Ära der Vollzeit-Prediger in Betzenstein geht zu Ende.
In der LKG/ EC Betzenstein werden ab nun die Prediger der umliegenden LKG's Predigtdienste übernehmen. Für die EC-Jugend- und Kinderarbeit wird Chris Schönfeld auf Stundenbasis angestellt.
Gastprediger sind: Jan Werth von der Christus-Gemeinde Creußen, Eberhard Seibert von der LKG Bayreuth, Hartmut Griwatz von der LKG Gräfenberg und Henning Hoffmann von der LKG Eschenau.

06/2013:
Oberfränkisches Gemeinschaftstreffen in Betzenstein.

07/2014:
Chris Schönfeld wird EC-Landesjugendreferent und arbeitet trotzdem noch auf Stundenbasis im EC Betzenstein.

05/2015:
Unsere Homepage geht online!